Alaska,
dieses riesige Territorium auf dem amerikanischen Kontinent,
gehörte nicht immer zu den USA.
Ursprünglich war es ein Teil Russlands, genauer gesagt:
Alaska war Russlands einzige Überseekolonie.
Für die
aufstrebende Weltmacht Russland war die Kolonie allerdings unrentabel
und schwierig zu verwalten: Der einzig mögliche Weg von
der damaligen russischen Hauptstadt St. Petersburg dauerte fast
ein halbes Jahr.
Der damalige
russische Herrscher Zar Alexander II. stimmte deshalb
(und weil die Staatskasse sowieso ziemlich leer war) einem Vertrag
zu, den sein US-Botschafter Eduard von Stoeckl am 30.
März 1867 in den USA ausgehandelt hatte: Für nur
7,2 Millionen Dollar verkaufte das Zarenreich Alaska
an die Vereinigten Staaten.
Damit wurde
der billigste Landkauf in der Geschichte der Menschheit vollzogen:
Der Kaufpreis entspricht einem Quadratmeterpreis von nur 0,0004
Cent, d.h. ein Hektar Land (10.000 qm) kostete 4 Cent! (da zu
dieser Rechenaufgabe in der Literatur bzw. im Internet sehr
unterschiedliche Angaben zu finden sind: 7.200.000 Dollar Kaufpreis
geteilt durch 1.717.854 km² Landfläche bedeutet ca. 4,19
Dollar für einen Quadratkilometer oder 4,19 Cent
für 1 Hektar oder 0,000419 Cent pro Quadratmeter)
Am 18. Oktober
1867 (nach der alten russischen Zeitrechnung am 6. Oktober)
ging Alaska offiziell in amerikanischen Besitz über.
Durch den
Verkauf kam es also zu einer kalendarischen Kuriosität:
Durch die Umstellung vom julianischer Kalender (der im zaristischen
Russland gültig war) auf den gregorianischen Kalender (nach
dem die Amerikaner ihre Zeit einteilten) dauerte der Oktober
des Jahres 1867 in Alaska nur knapp drei Wochen.
Der Kauf
war in den USA übrigens durchaus umstritten und Spötter
nannten Alaska "Seward's ice box" ("Sewards Gefriertruhe“,
nach dem damaligen Aussenminister) bzw. "Johnsons Eisbärengehege“
(nach dem Präsidenten Andrew Johnson).